E.g., 2014-04-17
E.g., 2014-04-17

Ausstellungen & veranstaltungen

Das Veranstaltungsprogramm von Paris: Konzerte, Ausstellungen, Theater, Shows und Festivals, die Sie nicht verpassen sollten, wenn Sie in Paris ausgehen. Wählen Sie Ihre Aufenthaltstermine in Paris, um die Auswahl der interessantesten  Kultur-Veranstaltungen zu erhalten.

1947 feierte der Dichter Antonin Artaud Van Gogh in einem wunderbaren Text, heute dient seine einzigartige Sichtweise als Leitfaden für eine spannende Van Gogh-Ausstellung. Sie haben neun Jahre in der psychiatrischen Anstalt verbracht, darum sind Sie sicher am besten in der Lage, das Werk eines Künstlers, der als verrückt gilt, zu verstehen", soll der Galeriebesitzer Pierre Loeb zu Antonin Artaud gesagt und ihm vorgeschlagen haben, einen Text über die Van Gogh-Retrospektive im Musée de l'Orangerie zu verfassen. Daraufhin entsteht Van Gogh, Der Selbstmörder der Gesellschaft, der laut der Ausstellungskuratorin im Orsay, Isabelle Cahn, "einer der schönsten Texte (ist), der je über Van Goghs Malerei geschrieben wurde". Damals versuchte man zwar, das Werk um seiner selbst willen zu rehabilitieren, doch Artauds Text leistet einen klaren Beitrag zur Änderung der öffentlichen Meinung. Isabelle Cahn setzt bei ihrer Van Gogh-Ausstellung auf den Ansatz und die Sichtweise von Artaud. Die Besucher sehen dreißig Gemälde, insbesondere Selbstportraits, ausgewählte Zeichnungen und Briefe von Van Gogh, sowie Artauds Zeichnungen und Fotos von ihm, nur wenige Monate vor seinem Tod, zu der Zeit, als er das Buch verfasste. Artaud bekräftigt, dass Van Gogh nicht verrückt war. Die Gesellschaft habe ihn durch ihre Ablehnung seines Werks, seiner Aussage und seines Weltbewusstseins in den Selbstmord getrieben. Vom 11. März bis zum 6. Juli. 1, rue de la Légion-d'Honneur, Paris 7e (musee-orsay.fr ). Photo : Sternennacht über der Rhône, Van Gogh (1888) und Selbstportrait, Van Gogh (1887). Crédits : © Gérard Blot - Hervé Lewandowski / RMN-GP (Musée d'Orsay)
Der Amerikaner Bill Viola ist der berühmteste Vertreter der Videokunst. Eine Begegnung mit dem Künstler und seiner Frau und Mitarbeiterin Kira Perov anlässlich seiner ersten Ausstellung im Grand Palais. Ihre erste Ausstellung in Paris entführt den Besucher auf eine mehrstündige Reise. Wie soll der Besuch ablaufen? Die Arbeit präsentiert sich als eine Reise, die drei Fragen beantworten soll: Wer bin ich? Wo bin ich? Wohin gehe ich? Im ersten Abschnitt beschäftigen wir uns damit, wie wir unseren Körper bewohnen. Denn stehen unsere Leben in Raum und Zeit, oder sind wir nichts weiter als Spiegelungen? Der zweite Abschnitt erforscht unsere Beziehung zur Natur, deren Kräfte wir nicht beherrschen können. Der letzte Abschnitt zeigt unsere letzte Reise, jedoch mit der Möglichkeit einer Auferstehung, einer Ewigkeit. Die Besucher gestalten ihre Reise also selbst, indem sie in die Werke eintauchen und ihre Fantasie beflügeln lassen. Unsere Arbeit fußt auf der Zeit und optimal wäre es, die Ausstellung mehrere Male zu besuchen. Warum wurden Ausstellungsgestaltung und Texte auf ein Minimum reduziert? In Wirklichkeit ist die Ausstellungsgestaltung gar nicht so einfach. Die Werke sind nicht chronologisch gereiht und folgen auch keinem erzählerischen Faden. Bilder und Klänge umgeben die Besucher direkt, ohne Vermittler, was Ihnen die Freiheit zu einer persönlichen Reaktion gibt. In Ihren jüngsten Arbeiten beziehen Sie sich auf Giotto, Bosch und Goya. In welchem Verhältnis stehen Malerei und Videokunst? Ich war immer der Meinung, dass eine tiefe Verbindung zwischen Malerei und Videokunst besteht. Beide wollen die Zeit verkörpern. Für das "Fresko" aus fünf riesigen Projektionen, Going Forth By Day, habe ich die Fresken der italienischen Meister studiert. Ich wollte dieselbe Unmittelbarkeit und Zeitlosigkeit erreichen, mit einem Erzählmuster, das den Betrachter in das Bild hineinversetzt. Seit jeher träumen Künstler von bewegten Bildern... Vom 5. März bis zum 21. Juli. 3, avenue du Général-Eisenhower, Paris 8e (grandpalais.fr ). Crédit : © DR ; Kira Perov ; Robert Adams, courtesy Fraenkel Gallery, San Francico et Matthew Marks Gallery, New York ; DR ; Manolo Mylonas/Connaissance des arts Photo : Going Forth by Day, Bill Viola (2002).
Interview mit Marianne Mathieu, stellvertretende Direktorin des Musée Marmottan Monet und Kuratorin der Ausstellung Impressionisten ganz privat. Was ist das Besondere an dieser Ausstellung? Der Termin ist ganz wichtig, denn das Museum feiert in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag. Anlässlich dieses Jubiläums stellen wir die Privatpersonen in den Mittelpunkt, die für unsere Institution von besonderer Bedeutung sind. Alles begann 1957 mit dem beträchtlichen Erbe von Frau Donop de Monchy, darunter vor allem das berühmte Impression, Sonnenaufgang. Da erschien es uns ganz selbstverständlich, die Sammler und Nachkommen der Künstler in den Mittelpunkt zu stellen und zu zeigen, dass das Museum ohne ihre Großzügigkeit nicht dieser bedeutende Ort der impressionistischen Malerei wäre. Wie sind Sie bei der Auswahl der Werke in Privatbesitz vorgegangen, die Teil Ihrer Ausstellung sind? Diese strenge Auswahl von Werken von fünfzig Leihgebern aus der ganzen Welt zeichnet die gesamte Geschichte des Impressionismus nach. Die Ausstellung beginnt mit den Anfängen des Impressionismus: Landschaften von Corot, Jongkind oder Eugène Boudin. Es folgen die 1870er Jahre mit einem Dutzend Werken, die die Karriere von Monet, Pissarro, Morisot etc. abdecken. Weiter geht es mit den Schlüsseljahren 1880-1890, in denen sich die eigene schöpferische Identität der Mitglieder herausbildet. Am Ende der Ausstellung zeigen wir das Spätwerk von Meistern, die die Grenzen des Impressionismus verschoben haben. Ich denke da etwa an die Seerosen von Monet, die den Weg für andere moderne Revolutionen wie der Abstraktion bereiteten. Sind für 2014 noch weitere Feierlichkeiten vorgesehen? Von September 2014 bis Januar 2015 feiern wir den 140. Geburtstag des Impressionismus mit einem Werk aus unserer Sammlung: Impression, Sonnenaufgang hat der Bewegung ihren Namen gegeben! Ein solches symbolträchtiges Werk verdient eine einzigartige Veranstaltung. Bildunterschrift : Nebenarm der Seine bei Vétheuil, Claude Monet (1878). Crédit :© Collection Pérez Simon, Mexico DIE AUSSTELLUNG IM MUSÉE MARMOTTAN MONET Der einzigartige Rundgang bietet die Möglichkeit, Werke aus Privatsammlungen, die daher zum größten Teil noch nie gezeigt worden sind, zu entdecken. Zu diesen Meisterwerken zählt ein monumentaler Strand bei Bénerville von Eugène Boudin oder das Portrait eines unbekannten jungen Mädchens von Berthe Morisot, eine Rarität, wenn man weiß, dass die häufig unzufriedene Künstlerin viele ihrer Werke zerstört hat. Ein Heuhaufen von Pissarro oder die außergewöhnliche Kleine vierzehnjährige Tänzerin, eine Skulptur von Degas, sind ebenfalls Beispiele für Werke aus Privatsammlungen, die auch in den besten Museen hängen könnten. Vom 13. Februar bis zum 6. Juli. Musée Marmottan Monet: 2, rue Louis-Boilly, Paris 16e (marmottan.fr ).