Junge kreateure

Begegnungen mit den Stars von morgen: Mode, Film, Kunst, Gastronomie, Design. Sie setzen die aktuellsten Trends. Entdecken Sie ihren Werdegang und ihr Universum in bisher unveröffentlichten Porträts.

Die Stardesigner und bretonischen Brüder stellen 15 Jahre kreative Arbeit im Musée des Arts décoratifs aus. Jean-Jacques Aillagon, Museumsleiter, führt uns.Was war Ihr erster Eindruck beim Betreten der Ausstellung? Zuerst ist man verblüfft, dass die Designer den ganzen Raum eingenommen haben. In diesem riesigen Schiff, das mit seiner Klarheit, seinem weißen Gewölbe und der Lichtqualität einen romanischen Eindruck schafft, haben die beiden ein Werk geschaffen. In diesem Schiff also zeigen sie ihre Trennwandmodelle, wie zum Beispiel Algue, eine spinnenartige Wand aus kleinen Elementen, die sich nach Zufallsprinzip mit den anderen verbinden. Am Boden lädt Textile Field die Besucher zum Hinlegen ein, wo sie dann das Bouroullec-Gewölbe in Ruhe ansehen können. Diese Installation wurde ursprünglich für das Victoria and Albert Museum in London entworfen, das ja das andere bedeutende Kunstgewerbemuseum Europas ist.Welche Kreation spricht Sie persönlich am meisten an? Als neuer Leiter des Musée des Arts décoratifs ist es für mich eine besondere Freude, die Bouroullecs zu begleiten, ich hatte sie nämlich [2011] eingeladen, einen Lüster für die Gabriel-Treppe im Versailles-Schloss zu entwerfen, der kommenden Herbst angebracht wird. Übrigens stellen sie die Zeichnungen für diesen Lüster - der aus tausenden Glasschälchen besteht, die über acht Meter Höhe ineinander gesteckt sind - auch aus.Welchen Platz nehmen die beiden französischen Designer in der internationalen Szene ein? Diese Designer genießen internationale Anerkennung. Sie hatten große Ausstellungen im Ausland, insbesondere Los Angeles und Chicago. Ausstellung Ronan & Erwan Bouroullec, Momentané, Ansicht der Installation im Schiff des Musée des Arts décoratifs. Crédit : © Picon & Picon , Studio Bouroullec Dossier gestaltet von Hortense Meltz
Die alternative Parfümerie hat Freischützen, die sich ohne die Einschränkungen der Massenproduktion an Säfte wagen. Unternehmen Sie eine Reise in eine Welt der befreiten Düfte! FRANÇOIS HENIN (JOVOY) BOTSCHAFTER NEUER TALENTE Das Parfüm lebt! Es lebe das Parfüm! François Hénin zollt dem Erbe der großen Marken zwar die Ehre, aber die „Chanel von morgen sind heute Kämpfer ohne Arena". Als er das ehrwürdige, in Vergessenheit geratene Haus Jovoy übernimmt, macht er es zum Schaufenster für seltene Parfüms. Manche sind aufgrund ihrer Geschichte kostbar, zum Beispiel jene des Hauses Rancé mit den Düften des Empire, manche sind avant-gardistisch, wie jene der Designer Masakï Matsushïma und Clive Christian. In der erwähnten Arena seiner Träume können sich Parfümeure und Unternehmer - manchmal beides - in einem Haus von menschlichem Zuschnitt ausdrücken. Ausgeprägte Persönlichkeiten ihrer Zeit, edle und natürliche Stoffe... die zauberhafte Welt der Haute Parfumerie wird für ein Liebhaberpublikum neu interpretiert, die ihren Duftausdruck suchen.4, rue de Castiglione, Paris 1er (01 40 20 06 19, jovoyparis.com ).SYLVIE GANTER (ATELIER COLOGNE) COLOGNE ABSOLUT Ihre Leidenschaft für Kölnischwasser hat sie beruflich wie privat vereint. Sylvie Ganter und Christophe Cervasel verehren die belebende Frische der Duftkreationen rund um Zitrusfrüchte. Die einzige Schwäche der Hesperiden: Sie verdunsten in kürzester Zeit. Deshalb entwickelt das Paar die revolutionären Colognes Absolues. Sie sind konzentrierter und vermitteln den Zitruseindruck, aber mit dichteren Basisnoten. Holz, Tonkabohne, Vanille, Harz... edle Essenzen, die dem Duft Körper geben und bis zur Abenddämmerung auf der Haut verweilen. Die Welt des Kölnischwassers öffnet sich obendrein neuen aromatischen Paletten: Grand Neroli, Bois Blond, Trèfle Pur...alle diese Geruchscocktails genießt man als Pärchen und auch als Familie. 8, rue Saint-Florentin, Paris 1er (01 42 60 00 31, ateliercologne.com).NICOLAS CLOUTIER (NOSE) DIE EXPERTEN Dieser Concept Store für Parfüms wird sicher bald einer der am meisten kopierten der Welt sein. Der von Nicolas Cloutier, ehemaliger Consultant, Marc Buxton, englische Nase, und Romano Ricci, Duftschöpfer, gegründete Ort bietet einen umfassenden Überblick über die beliebtesten alternativen Düfte der Zeit. Vor allem wurde hier eine patentierte Diagnose eingeführt, mit der man sein „Duftprofil" erstellen und dank dem Zauber des Algorithmus eine Auswahl aller Kreationen erhält, die am besten zur eigenen Sensibilität passen. Eine revolutionäre „Technologie der Parfümempfehlung", das sich die großen europäischen Geschäfte bereits aus den Händen reißen. Um die Wartezeit zur Eröffnung von zwanzig Nose-Boutiquen weltweit zu überbrücken, können Nicht-Pariser ihr Diagnose-Set online bestellen. 20, rue Bachaumont, Paris 2e (01 40 26 46 03, nose.fr).DAVID FROSSART (LIQUIDES) EXKLUSIVE PARFÜMBAR Die Geschichte einer Begegnung. Der Begegnung zwischen David Frossard, Chef des unabhängigen Parfümhauses Différentes Latitudes, und Philippe Di Méo, einem Designer, der der wunderbaren Welt der Gerüche erlegen ist. Ihr Kind ist eine Parfümbar, die Ende April in einer verborgenen Bude eröffnete. Die beiden Komplizen führen ihre alternative Sichtweise rund um einen üppigen Counter vor. Das Messingmöbelstück trennt uns von den Duftschöpfungen, die auf Schmuckregalen verherrlicht werden. Mit den Kostbaren selbst herumzuspielen kommt nicht in Frage. Als Zeremonienmeister agiert der Parfume Tender, der Sie besser kennen lernt und Ihnen einige inspirierte Schöpfer vorstellt. Etwa 15 sind es insgesamt, nicht mehr. Und die einzigartige Linie von Philippe Di Méo, Liquides. Essenzensammler und Erfahrungsjäger drängeln sich dort bereits. 9, rue de Normandie, Paris 3e (09 66 94 77 06).ETIENNE DE SWARDT (ETAT LIBRE D'ORANGE) UNBESTECHLICHE NASEN Dieser Mann ist gefährlich. Seine unabhängige kleine Marke, die er als „die Ehrlichste der ganzen Industrie" bezeichnet, ist ebenso gefährlich. Étienne de Swardt züchtet hier verblüffende Geruchskombinationen, die von den großen Nasen der Industrie entwickelt werden. Dieser Parfümtexter und Literat im Herzen stellt Gedichte bereit, um die herum die Geruchsarchitekten ihre Begabung entfalten. Die einzige Vorgabe: 50 % der investierten Summe in die Formel stecken, also in die Rohstoffe, und nicht in die Kommunikation. Das Ergebnis sind Parfüms mit emotionaler Wucht, die süchtig machen und von den Großen dieser Welt geliebt werden. Jungfrauen und Stierkämpfer, Jasmin und Zigaretten, Antihelden, insgesamt 27 entfesselte Borderline-Schöpfungen. Passend zum Pariser Existentialismus. 69, rue des Archives, Paris 3e (01 42 78 30 09, etatlibredorange.com).Textes : Nadia Hamam Photos : Frédéric Stucin
Die Mode der Food Trucks gewinnt immer mehr Fans. An Bord ihrer umgebauten Trucks mit neuen Looks sind die neuen Idole der Straßenküche à la Gourmet kreuz und quer durch die gesamte Hauptstadt unterwegs. Die aktuellen fünf Musts ... zu finden in den Sozialen Netzwerken. GLAZED (GLACES-GLAZED.COM ) ROCK'N ROLL ICE CREAM Ihr Liebhaber von klassischen und regressiven Geschmacksrichtungen, wartet mit dem Urteil, bis ihr gekostet habt. Henri Guittet, in den Dreißigern, gibt seinen Job als strategischer Berater auf, um neue Frische in die Galaxie zu bringen „Ice Cream". Ergebnis: Im Jahr 2012 kreiert er die Eismarke Glazed und seine Kollektion an außergewöhnlichen Geschmacksrichtungen: Mojito de Tokyo (Rum, Zitrone, Minze), Smoke On the Water (Vanille aus Madagaskar und Bio Hanf), Black Sugar Sex Magic (Dunkle Schokolade, Wasabi und Ingwer)... eine Übermacht an Geschmäckern und ungewöhnliche Zusammenstellungen warten darauf, am Verkaufsstand seines „Cream Truck" entdeckt zu werden. Auch erhältlich in einigen magischen Geschäften, die diese MArke führen, wie beispielsweise das Colette (213, rue Saint-Honoré, Paris 1. Arrondissement), Wanderlust (das Restaurant des Design- und Modezentrums Cité de la mode et du design: 32, quai d'Austerlitz, Paris 13. Arrondissement) und bei anderen Handelspartnern in der Hauptstadt. CANTINE CALIFORNIA (CANTINECALIFORNIA.COM) DER GESCHMACK VON SAN FRANCISCO Bereits seit einem Jahr ist der aus Amerika und Kanada stammende Jordan Feilders total angesagt und zuckelt lässig zwischen den Märkten Raspail und Saint-Honoré hin und her. Rund um seinen Truck genießen die Insider seine sehr durch San Francisco geprägte Gelassenheit, schnuppern köstliche Düfte und lassen sich tragen von den amerikanischen Akzenten der Jungs des Teams. Da steckt ganz viel Inspiration mit drin und es wird ständig das beste der amerikanischen Gourmettraditionen angeboten. Echte Burger, hausgemachte Tacos und andere aus der niederkalifornischen Küche inspirierte Gerichte werden sorgfältig zubereitet mit Zutaten, die hauptsächlich von Bauernhöfen in den Gebieten Rhône-Alpes, Pays de la Loire oder Poitou stammen. Und 100 % bio zertifiziert. Ökologisch bis in den letzten Reifen, der Truck recycelt sogar das Frittieröl als Biodiesel. EL CARRITO (CLASICO-ARGENTINO.COM) DER LATINO-TOUCH Er fährt und fährt, der kleine argentinische Truck und in seinem Schlepptau die Menge der aficionados, die verrückt sind nach cremigen Empanadas und Ambiente - festive made in Buenos Aires. Der blaue Karren trägt die Unterschrift des Duos Enrique Zanoni und Gaston Stivelmaher, die beiden Argentinier haben bereits mehrere exzellente Clasico Argentino Restaurants zu verantworten. Auf der Karte: saftige Teigtaschen gefüllt mit Rind, Spinat, Mais, Würstchen, Thunfisch oder Hähnchen. Das Geheimnis des Erfolgs: ein hauchfeiner Teig, Millimeterarbeit. Und ein landestypisches Dessert, Dulce de Leche. Das kann einen ins Verderben stürzen. Plötzlich haben sich die guten Adressen darum gerissen. Im Jahr 2012 war El Carrito für die Grande Épicerie du Bon Marché, den Concept Store Merci, Paris Design Week und andere tätig. Niemand geringeres. Ein weiterer trendiger Ort ist bereits soweit, dass im Sommer die Gäste bewirtet werden können. LE REFECTOIRE (LE-REFECTOIRE.COM) MY FRENCHIE VALENTINE Codenamen: Riri, Bibi, Larry oder Fifi... ja, es handelt sich sehr wohl um Burger, aber à la française! Valentine Davase, 25 Jahre alt, bereitet diese mit leckeren frischen Buns von Rachel (die Amerikanerin, Päpstin des cheese-cake, die ab sofort auch Restaurants mit kleinen Burger-Brötchen beliefert), mit Cantal, Comté, Salat und Hacksteaks zu. Und alle Zutaten werden jeden Morgen auf dem Markt, auf dem ihr umherfahrender Truck gastiert, frisch eingekauft. 100 % lokal und schmackhaft gewürzt mit hausgemachtem Ketchup und Fleur de Sel. Gelegentlich im Menü, ein Côte de bœuf, echt französisch zubereitet oder lokalere Desserts wie beispielsweise Milchreis mit Zimt und karamellisierten Pekannüssen, Fondant au Chocolat. Eine außergewöhnliche Küche, die ab November auch in einem festen Restaurant ausprobiert werden kann. Wir wetten, dass die neue Adresse den Aufstieg dieser Chefköchin mit großer Zukunft nicht bremsen wird. LE CAMION QUI FUME (LECAMIONQUIFUME.COM) DER BURGER SUPERSTAR Die erste, die ihren Truck in die Hauptstadt gestellt hat, war sie. 2009 kam Kristin Frederick aus Los Angeles, machte ihren Abschluss an der prestigeträchtigen Kochschule Ferrandi und war im Apicius tätig. Der Gastro-Touch ihrer Kreationen zieht bei jedem Stopp mehr als hundert Fans an, die bereit sind, zwei Stunden zu warten, um in einen ihrer außergewöhnlichen Burger zu beißen. Hausgemachter Rinderhack oder geschmortes Schweinefleisch, langsam in Bier gekocht, wilde Champignons, karamellisierte Zwiebeln, echter Cheddar, Portweinsauce ... Texturen und Geschmack garantiert. Nach einem Rezeptbuch gönnt sich der Star der Bewegung einen zweiten Truck, und einen ersten „wirklich harten" Abstecher in die Mode der New Yorker Delikatessen (Deli). Hier geht es zu den echten Pastrami und den köstlichen heißen Sandwichs... Textes : Nadia Hamam, Photos : Éric Garault
Seit 1998 zeichnen L'Oréal und die UNESCO Forscherinnen aus, deren Arbeiten einen Fortschritt der Wissenschaft darstellen. Bereits zum 8 . Mal zeigt Aéroports de Paris das Gesicht der fünf Preisträgerinnen 2013 „Pour les femmes et la science" in einer Ausstellung in den Terminals. Marcia Barbosa widmet ihre Arbeiten dem ihrer Meinung nach brennendsten Problem unserer Zeit: der Energie. MARCIA BARBOSA Preisträgerin Lateinamerika Die Hälfte unserer Körper und drei Viertel der Erdoberfläche bestehen daraus. Mikroskopisch gesehen hat es „Verhaltensanomalitäten", wie die WissenschaftlerInnen sagen. Marcia Barbosa, Leiterin des Physikinstituts an der Universität Rio Grande do Sul (Brasilien) beschäftigt sich mit dem Wasser und seinen Eigenheiten. Ihre Forschungsergebnisse ermöglichen zahlreiche Fortschritte, wie zum Beispiel die Gewinnung von Biotreibstoffen aus pflanzlichen Stoffen. crédit : © Julien Dufort for the L'Oréal Foundation Pratibha Gai ist auch eine Vorreiterin, weil sie als eine der ersten Inderinnen in das berühmte Forschungslabor Cavendish in Cambridge eintritt. PRATIBHA GAI Preisträgerin für Europa Seit der Erfindung des Mikroskops im 16. Jahrhundert prägen die Fortschritte in den Mess- und Beobachtungsinstrumenten die Wissenschaftsgeschichte. Die Universitätsprofessorin (York, Vereinigtes Königreich) Pratibha Gai gehört zu dieser prestigeträchtigen Tradition. Dank der raffinierten Änderungen, die sie an Elektromikroskopen vorgenommen hat, ermöglichen es heute, bislang unsichtbare chemische Vorgänge auf Atomebene zu beobachten. Und zahlreiche Anwendungen in Betracht zu ziehen: umweltfreundliche Lacke, Arzneimittel und neue Werkstoffe. © Julien Dufort for the L'Oréal Foundation Wenn sie gerade nicht in ihrem Labor ist, bereist Reiko Kuroda im Namen der Wissenschaftsförderung die Welt. REIKO KURODA Preisträgerin für Asien-Pazifik Wussten Sie, dass es links- und rechtshändige Moleküle gibt? Dieser Chiralität genannten Eigenschaft widmet sich Reiko Kuroda, Professorin an der Wissenschaftsuniversität von Tokio (Japan). Mit einigem Erfolg, denn ihr sind mehrere extrem innovative Messinstrumente zu verdanken. Ihre Grundlagenforschung eröffnet außerdem neue Perspektiven, insbesondere im Bereich der neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer. crédit : © Julien Dufort for the L'Oréal Foundation Für Deborah Jin ist Wissenschaft auch eine Freude: „Ich liebe diese Aufregung, die einen beim ersten Beobachten eines Phänomens erfasst".  DEBORAH JIN Preisträgerin Nordamerika Je kälter Moleküle sind, desto langsamer werden sie. Dann können die ForscherInnen ihre chemischen Reaktionen beobachten. Indem sie es mit ihrem Team von der Universität Colorado (USA) nach einem extrem komplexen Verfahren geschafft hat, die Moleküle auf Niedrigsttemperaturen abzusenken, hat Deborah Jin ein großes Hindernis für den wissenschaftlichen Fortschritt ausgeräumt. Denn aus Beobachtungen der molekularen Prozesse ergeben sich neue Entdeckungen für Energie und Werkstoffe. crédit : © Julien Dufort for the L'Oréal Foundation Francisca Okekes bemerkenswerter Werdegang begründet sich auf ihrer bereits im zartesten Alter entstandenen Leidenschaft für das Himmelsgewölbe. FRANCISCA NNEKA OKEKE Preisträgerin für Afrika und die arabischen Staaten Hoch über der Erde befindet sich in 50 - 1 000 km Höhe die Ionosphäre, eine dicke Schicht aus geladenen Teilchen, deren Aktivität verschiedenste Auswirkungen auf den Planeten hat. Die bahnbrechenden Arbeiten von Francisca Okeke, Universitätsprofessorin in Nsukka (Nigeria) haben neue Entdeckungen in der Ionosphäre über dem Äquator ermöglicht. Daraus lässt sich ein besseres Verständnis des Klimawandels und der Naturkatastrophen ableiten. crédit : © Julien Dufort for the L'Oréal Foundation
Maßgeschneiderte Reifung, ungewöhnliche Kombinationen, kräftig und aromatisch... die jungen Käsehersteller verarbeiten Rohmilch wie andere Wein. Auf der Suche nach Eleganz, Charakter und Echtheit. Begegnung mit Stilisten der neuen Art. Virginie Boularouah (Chez Virginie) GESCHMACK GEHT ÜBER ALLES Als würdige Erbin ihrer Eltern predigt sie Strenge - der „Sesam für guten Käse". Als Wegbereiterin der neuen Generation bringt sie natürlich einen modernen Aspekt in die Akkorde ein: „Nachdem in den 1980ern Neuheit gesucht war, findet heute eine Rückbesinnung auf die Heimaterde statt, auf wirklich authentische Essenzen, die mit Geduld und Aufmerksamkeit verarbeitet werden müssen." Ihr Markenzeichen: wesentlich längere Reifung als bei ihren Kollegen. Darum sind ihre Ziegenkäse schon beim Verkauf ultracremig, richtig „löffelweich" (Saint-Félicien, Saint-Marcel-Lin), die Aromen der Hartkäse werden wie bei Wein bearbeitet, mit einigen Monaten längerer Reifung. Ihr Steckenpferd sind Bauernkäse, die sie wie ein Goldschmied in ihrem Keller noch weiter verfeinert. Wie sie sagt: „Es schmeckt oder es schmeckt nicht, aber auf jeden Fall ist im Mund etwas los!" 54, rue Damrémont, Paris 18e (chezvirginie.com). Laurent Dubois (Käserei Laurent Dubois) VERRÜCKT NACH KÄSE Bei diesem „Meilleur ovrier de France 2000" wird mit Käse nicht gescherzt: in seinen Regalen reihen sich an die 250 Molkerei-Adelige aneinander. Laurent Dubois gibt zu, dass er sich seinen Kreationen wie besessen widmet, denn es gibt keinen Zufall: „Eine Arbeit wie in der großen Gastronomie, detailgenau aber notwendig, wenn man ausgezeichnete Ergebnisse erreichen will." Jeder Käse hat seine Geschichte und besondere Reifungsansprüche: „Käse wie Sainte-Maure verkaufe ich „erblüht", mit Rinde und gelbem Pilz, butterig. Dabei bleibe ich." Jede Saison stellt er außerdem „Kollektionen" mit gesuchten Assemblagen zusammen. Mariniert. Mit Früchten, Gewürzen, Kräutern. Als Nougat mit Ölpflanzen. Die wunderbare Welt des Laurent Dubois hält für Feinschmecker noch einige Überraschungen parat! 47 ter, boulevard Saint-Germain, Paris 5e (fromagelaurentdubois.com). Sanae Hisada (Hisada) SENKRECHT ZUM GESCHMACK Frau Hisada ist für ihre Saké-Reifungen bekannt wie ein bunter Hund. Sie betont, dass diese Technik in Japan bereits verbreitet war, bevor sie in diesen Beruf eintrat. Käsemeisterin mit einem Sinn für traditionelles Know-how, und Begeisterung für traditionelle Käse. Zur Freude einer neugierigen Pariser Kundschaft verleiht sie ihren Kreationen eine neue Dimension: Mozzarella mit Kirschbaumblatt-Hülle, frischer Ziegenkäse mit Wasabi, japanischer Whisky-Akkord mit tausenden Saké-Noten... Zutaten aus ihrer Heimat zeigen Wirkung. Vernachlässigen Sie jedoch die französischen Klassiker nicht, die Frau Hisada geistreich und mit Vision reifen lässt. Große Kunst, die roh oder zubereitet in ihrem sehr originellen „Käsesalon" zu verkosten ist. 47, rue de Richelieu, Paris 1er (01 42 60 78 48, hisada.fr). Laura Vestrucci und Yannig Samot (Mmmozza) MOZZA'RTE Italienische Architektur. Pariser Restaurateur und Player. Ein schönes Tandem in der Feinkost - am Tisch auf die Schnelle - Mmmozza. Der neue Spot im Haut Marais ist Mozzarella gewidmet. Kuh- oder Büffelkuhmilch, rund und lang, natur oder geräuchert, gerollt, gewickelt, geflochten. Der ultimative Bobo-Mozzarella ist der „Burrata" mit schmelzender Cremefüllung. Die Partner Laura Vestrucci und Yannig Samot (Gründer von La Famille und Chéri Bibi) sind überzeugte Anhänger der Slow-Food-Bewegung und haben den ganzen Stiefel durchkämmt. In Apulien, Neapel (Caserta) und Campana fanden sie schließlich einige Bauernhöfe mit zumeist ausgezeichneten Produktionen, die jeden Donnerstagmorgen eintreffen. Dienstags gibt es dann nicht mehr viel... Absolut frisch und sofort zu verzehren. Der Genuss will nicht warten! 57, rue de Bretagne, Paris 3e (01 42 71 82 98). François Robin (Fauchon) RAFFINIERTER AFFINEUR Man kann seiner persönlichen Geschichte nicht entkommen. Als Sohn eines Ziegenzüchters und Käseherstellers absolviert François Robin ein Biologie-Diplom, liebäugelt mit Event-Kommunikation - bis er 2011 schließlich zum „Meilleur Ouvrier de France Fromager" erklärt wird. Im ehrwürdigen Haus Fauchon arbeitet er nun als Experte Hand in Hand mit Hervé Mons, dem berühmten Affineur aus Roanne, an einem anspruchsvollen Käse-Angebot mit „deutlichem, aufrichtigem und klarem" Geschmack. Neben diese Produkten mit ausgeprägtem Aroma und Charakter begeistert er sich für Kombinationen mit Sprengkraft. Seine letzte Kreation ist ein „Brie tout fruit" mit Aprikosen-, Pistazien- und Ginfüllung. 24-26, place de la Madeleine, Paris 8e (01 70 39 38 00). {{bold: Textes : Nadia Hamam Photos : Frédéric Stucin
Im Norden von Paris liegt Saint-Ouen, wo sich die Epochen abwechseln und die Händler gleich bleiben. Antiquitäten, 20. Jahrhundert, Graffitis... das Warenangebot ist eklektisch, ebenso wie dieses kleine Universum der Flohmarktbesucher, Touristen und Profis. RUBEN (GALERIE GLUSTIN - MARCHE BIRON) Ruben, 20 Jahre, hat von seiner Familie die Liebe zum Flohmarkt geerbt. ANTIQUITÄTEN ALS ERBE „Ich bin bereits als Kind eingestiegen." Der 20jährige Ruben stammt aus einer Antiquitätenhändler-Familie der Galerie Glustin. Sein Urgroßvater baute Möbel, die sein Großvater verkaufen half. Der Familienbetrieb wurde von seinem Vater weiter geführt und ist heute in der Hand seiner Mutter und seiner Tante. Nach dem Abitur ist Ruben entschlossen, sich niederzulassen und spezialisiert sich auf die Renovierung von Lüstern. Denn obwohl er sich am Flohmarkt zu Hause fühlt und er „diese Welt liebt", fehlt ihm noch die Erfahrung. Heute ist Stand 21 in der Rue des Rosiers mitten auf dem Marché Biron seine Domäne. In seiner Galerie gibt es Leuchtkörper in den Stilen Empire, Louis XV. und Louis XVI. „Die eigentliche Herausforderung für mich ist es, mich meiner Familie würdig zu erweisen."  140, rue des Rosiers, 93400 Saint-Ouen (glustin.net). AYANN GOSES (GALERIE GAM - MARCHE BIRON) PIONIER DES VINTAGE Als Jugendlicher verbringt Ayann Goses ganze Tage auf dem Flohmarkt von Saint-Ouen. Als Erwachsener übernimmt er die väterliche Galerie mitten im Marché Biron - er nennt ihn den „Faubourg Saint-Honoré des Flohmarktes"- wo er Möbel verkauft, die zu ihm passen. „Ich stöbere nur nach Dingen, die ich selbst gerne im Wohnzimmer hätte," betont er. Vintage liegt heute ja ganz im Trend, aber Ayann war einer der Ersten, der auf dem traditionell eher Antiquitäten gewidmeten Marché Biron Möbel aus dem 20. Jahrhundert anbot. Gegenstände und Möbel aus den 1930er bis 1970er Jahren von Leuten wie seinem Liebling Jean Prouvé, Jules Leleu, Charlotte Perriand sowie Stilnovo und Mathieu Matégot für Leuchtkörper. „Als Flohmarkthändler muss man einfach ein Kunstliebhaber sein und die Flohmarktwelt lieben!"  85, rue des Rosiers, 93400 Saint-Ouen (galeriegam.fr). PATRICIA EDERHY (GALERIE CRISTO) CHINA IN PARIS Mehrmals im Jahr fährt Patricia Ederhy nach China, um dort alte Möbel und raue chinesische Bauernmöbel aufzustöbern. Zum Beispiel diese Getreidelade vom Anfang des 20. Jahrhunderts, die so umgestaltet wurde, dass sie in eine westlichen Wohnumgebung passt. Oder dieses Bett aus dem 15. Jahrhundert, das in einer ihrer beiden Boutiquen - die sie vor bereits sechs Jahren übernommen hat - am Ehrenplatz thront. An Patricia, die im Vereinsleben rund um den Marché Saint-Ouen sehr aktiv beteiligt ist, führt in der Rue Paul-Bert einfach kein Weg vorbei. Stammkunden, Händler, Besucher und Promis kommen bei ihr vorbei, um ihre letzten Fundstücke zu bewundern oder einfach nur einen Tee zu trinken. „Denn auch das gehört zum Flohmarkt!"  33 y 41, rue Paul-Bert, 93400 Saint-Ouen (galeriecristo.com). CEDRIC NAÏMI ((GALERIE GRAFF'ART) VERLIEBT IN DIE STREET ART Der anfänglich von den Antiquitätenhändlern geschmähte Cédric Naïmi hat sich zum Star des Flohmarktes entwickelt. An jeder Straßenecke wird er begrüßt und zu seinem neuesten Graff beglückwünscht. Der ehemalige Pressesprecher hat sich in diese „edle Kunst, bei der es auf Sichtbarkeit ankommt" verliebt und sieht im Flohmarkt den idealen Spielplatz, auf dem „alle diese Farben zum Leben erwachen". Er kennt Saint-Ouen gut und beschließt, eine Galerie zu eröffnen und seine „Kunst" durchzusetzen. Das Konzept? Graffs sollen durch Ausstellungen, Customisierung von Möbeln und Gegenständen, Fresken usw. bekannt gemacht werden. Heute beleben über siebzig, von renommierten Graffiti-Künstlern mit Einverständnis der Händler gestalteten Rollläden die Marktgänge. „Der Flohmarkt ändert sich ständig. Noch vor wenigen Jahren wäre es unmöglich gewesen, Graffiti-Künstler und Antiquitätenhändler zusammen zu bringen! " 27, rue Paul-Bert, 93400 Saint-Ouen (graffart.fr). Text: Audrey Moulin - Fotos: Édouard Caupeil
The wine empire strikes back. The latest vintage of cellarmen advocates respect for the earth and offers natural wine alternatives garnering plentiful praise from Parisian palates. PIERRE JANCOU (VIVANT CAVE) SULFIT-KILLER Jancou, ein feiner Gaumen hinter einer großen Schnauze. Dieser hochmediatisierte Liebhaber natürlicher Produkte hat vor zwei Monaten einen Anhang zu seinem gleichnamigen Restaurant eröffnet. "Vivant Cave ist ein Weinkeller, in dem man Wein zu Tagesgerichten genießen kann." 90% der hier angebotenen Weine sind sulfitfrei: "Und genau deshalb spreche ich von lebendigen Weinen." Von den Winzern wiederum spricht er mit großer Begeisterung, so als ob es sich um eine Bande von Kumpeln handeln würde, die er zutiefst bewundert: Von Christian Ducroux, der seine Weinrebe mit einem Pferd bewirtschaftet und einen Régnié produziert, den Pierre jeden Tag trinken könnte, von Alain Castex und seinem Casot des Mailloles, der auf einer Terrasse wächst, die einem Garten Eden gleicht, vom jungen Sébastien Gandubert, seinem ganz besonderen Liebling mit seinem Chenin-Likör, den er auch im Glas serviert. Wein "ohne Sulfitzusatz"  ist am schwersten zu erzeugen, es gibt sogar Personen, die sagen, dass das unmöglich ist. Hier beweise ich, dass es möglich ist..."    43, rue des Petites-Écuries, Paris 10e (01 42 46 43 55). FLORIAN AUBERTIN (LA CAVE DES PAPILLES) FLASCHENTAUCHEN Es ist möglich, Naturist zu sein, ohne sich zu verstecken, das zumindest beweist der Cave des Papilles mit seinem knallgelben Schaufenster. Der mitten in der geschäftigen Rue Daguerre befindliche Weinkeller ist eine Schatztruhe, in der sich über 1000 unterschiedliche Weine verbergen, darunter zahlreiche Naturweine. Feinperlige Chardonnays Vieilles Vignes haben hier ebenso ihren Platz wie der Champagner Jacques Lassaigne. Liebhaber süßer Weinspezialitäten können sich hier an der Cuvée Les Ermitures des jungen Winzers François Grinand sowie an einem herrlichen Chenin la Navine von Sébastien Dervieux erfreuen. Die Verkostung eines Naturweins führt nicht unbedingt zu einem leeren Geldbeutel, denn hier findet man schon Flaschen ab 6€. 35, rue Daguerre, Paris 14e (01 43 20 05 74, lacavedespapilles.com). CYRIL BREWARD (LE VERRE VOLE) IN VINO VERY CLASSE Die Geschichte des Verre Volé beginnt im Jahr 2000 mit einem Feinschmecker-Bistro am Canal Saint-Martin. Sehr rasch eröffnet sein Gründer Cyril Bordarier in der Rue Oberkampf, zusätzlich einen ganz auf Naturwein spezialisierten Weinkeller, dessen Leitung er Cyril Breward anvertraut. "Zu Beginn wollten die Winzer keine Konzessionen eingehen. Auf geschmacklicher Ebene waren die Weine nicht immer leicht zu verwirklichen. Wir haben uns deshalb dazu entschlossen, sie zu begleiten."  Es wurde ein auf Vertrauen basierender partnerschaftlicher Vertrag abgeschlossen, dank dessen Winzer,  "die keine Propheten im eigenen Land sind", sich einem eher jungen Publikum stellen und gleichzeitig Absatzmärkte finden können. Seine Lieblingsweine:  Bottle Neck von Stéphane Morin aus dem Roussillon, La Petite Baigneuse von Philippe Wies, Les Petites Fleurs von Vincent Tricot, ein Gamay aus der Auvergne. 38, rue Oberkampf, Paris 11e (01 43 14 99 46). MARC SIBARD (CAVES AUGE) CAVA NOSTRA Der "Pate" nimmt kein Blatt vor den Mund. Aufgrund seines Freimuts hat er  in der Branche  nicht nur Freunde. In diesem schicken Abschnitt des Boulevard Haussmann handeln die Caves Augé seit 1850 mit Wein und Marc Sibard hat die Weinhandlung zwar erst im Jahr 1987 übernommen und kann sich dennoch rühmen, der erste Naturweinhändler von Paris zu sein. "Eine Rückkehr zur Natur, denn erst nach dem Krieg hat man damit begonnen, für die Kalibrierung von Wein die moderne Pharmakopöe zu Hilfe zu nehmen." Marc Sibard ist es gelungen, seinen Umsatz von 450 000 Euro auf 5 Millionen Euro zu erhöhen. Er arbeitet mit mehr als zweihundert Winzern zusammen - darunter Nicolas Vauthier in der Bourgogne, Frank Cornelissen am Etna und Thierry Allemand mit seinem traditionellen Cornas - und zieht eine Kundschaft bestehend aus Notaren und Anwälten an, die nicht davor zurückschreckt, neue Entdeckungen zu machen." 116, boulevard Haussmann, Paris 8e (01 45 22 16 97). Texte: Le Kouac-Alexis Tain Fotos: Frédéric Stucin
Sie kommen aus der Welt der Mode, der Banken oder des Automobilsektors... in ihren Feinkostgeschäften jedoch gehen sie ganz in ihrer Leidenschaft für regionale Spezialitäten auf. MAUD ZILNYK (ÉPICERIE GENERALE) UNSERE KLEINE FARM Eine Tür aus Glas und Holz, eingerahmt von zwei Bänken und Pflanzen. Im Inneren Hellholzregale, himmelblaues Parkett, Kisten mit Obst und Gemüse in hübsch absonderlichen Formen... Kurz wir sind in der Welt von "Unsere kleine Farm" bei der Familie Ingalls, genauer gesagt im Lebensmittelladen ihres kleinen Dorfes. Die Inhaberin Maud Zilnyk kommt ursprünglich aus der Modebranche, hat jedoch dieses Geschäft eröffnet, weil "sie selbst gerne isst". Ihre Spezialität: lokale Köstlichkeiten. So kommt der Kaviar aus den Pyrenäen, der Wodka aus... Cognac, der "bretonische Honig" aus Seine-Saint-Denis, der Räucherthunfisch von der Île d'Yeu, das Bio-Ketchup aus der Provence... Ihre Sandwich-Spezialitäten wiederum, darunter das unwiderstehliche Sandwich mit schwarzem Schweinefleisch und Tomatencoulis, werden auf Bestellung zubereitet, genau wie die Picknick-Körbe, und zwar zu jeder Jahreszeit: "Denn was gibt es amüsanteres als zu Hause zu picknicken!" Épicerie générale : 43, rue de Verneuil, Paris 7e (www.epiceriegenerale.fr und +33 (0)1 42 60 51 78). CLAUS ESTERMANN (CLAUS) DER FRÜHSTÜCKSFREUND Weil das Frühstück in Frankreich oft auf die leichte Schulter genommen wird, hat der deutsche Claus Estermann, ein Ehemaliger von Givenchy, beschlossen, die Pariser mit diesen morgendlichen Momenten zu versöhnen. Der Hausherr verwandelt das Frühstück deshalb in einen Moment des puren Genusses: in einem schlichten, mit hübschen Verpackungen verzierten Rahmen wartet er mit Christine Ferber-Marmelade, Ahornsirup, hausgemachtem Gebäck, zu 100% britischem Müsli, deutschem Brandt-Zwieback, japanischem Tee, frischen Obstsalaten, deutschen Limonaden... und Ruinart-Champagner auf. Da würden Sie sich doch auch mal gerne niederlassen? Dann erwartet Sie im ersten Stock ein gemütlicher Speisesaal mit dem Morgenmenü des Hauses. Claus : 14, rue Jean-Jacques-Rousseau, Paris 1er (+33 (0)1 42 33 55 10). OLIVIER DE BUHREN ET CHARLES BAILLET (PIMLICO) SCHICKER KLEINER SUPERMARKT Ein ehemaliger Autohändler, Olivier de Buhren (Foto), und ein ehemaliger Bankier, Charles Baillet, denen die Liebe zu sorgfältig zubereiteten Produkten gemeinsam ist, das ergibt zusammengenommen den Lebensmittelladen Pimlico (benannt nach ihrem Londoner Lieblingsviertel). Zwischen Rohbetonsäulen und unter einer Strohdecke findet man hier schönes Obst und Gemüse, einen schönen Keller mit von Olivier, nicht umsonst Sohn eines Winzers, ausgewählten Weinen, von ihrem Caterer zubereitete Salate und Nachspeisen, ländliche Konserven, hervorragendes Olivenöl, Brot... sowie Kosmetikprodukte, Haushaltsreinigungsprodukte und Hunde- sowie Katzenfutter. Als große Reisende wollen die beiden umweltbewussten Unternehmer "einen besonders aufmerksamen Service im amerikanischen Stil mit einer Prise Seriosität im urbanen Stil" bieten. Pimlico : 88, rue de Charenton, Paris 12e (www.pimlico.fr un +33(0)1 44 75 51 96). ALEXIS ROUX DE BÉZIEUX (CAUSSES) EIN TRAUM VON EINEM DELIKATESSENGESCHÄFT "Das Alter hat keinerlei Bedeutung, es sei denn Sie sind ein Käse", so lautet die Devise, die man beim Betreten von "Causses" lesen kann. der Inhaber dieses Lebensmittelgeschäfts, Alexis Roux de Bézieux, erweist sich mit seiner blauen Schürze als ebenso jovial wie seine Devise. Und das hat seinen Grund: Der ehemalige leitende Mitarbeiter einer Wirtschaftsprüferkanzlei liebt seinen neuen Beruf über alles: "Gutes und Schönes, zu vernünftigen Preisen verkaufen", darauf legt er besonderen Wert. Der Laden alleine ist schon ein Spaziergang für die Sinne und eine wahre Augenweide. Hier finden sich Obst, Gemüse und Tagesgerichte der Saison, Milchprodukte, Wurstwaren, Konserven und Kräuter, die ganz seiner Natur entsprechen: "Als ich meine Tätigkeit als Wirtschaftsprüfer aufgegeben habe, wusste ich nicht genau, was ich tun sollte. Da habe ich beschlossen, einen Laden aufzumachen, in dem ich schon immer geträumt habe, selbst einzukaufen: einen richtigen Tante-Emma-Laden." Genannt habe ich meinen Wirklichkeit gewordenen Traum dann "Causses", zu Ehren des Landes, aus dem der Roquefort kommt. 55, rue Notre-Dame-de-Lorette, Paris 9e (kleiner Gaststättenbereich gleich daneben) (www.causses.org und +33(0)1 53 16 10 10). NICOLAS JULHES (JULHES) LE 10E FAMILIAL Die Produkte des Hauses Julhès sind dessen Inhaber Nicolas in keinerlei Hinsicht ähnlich: Denn während der Dreißigjährige ständig auf Hochtouren läuft, haben die von ihm verkauften Lebensmittel alle Zeit der Welt: der Käse reift in seinem Keller aus, die Schokolade wird in seiner Werkstatt hergestellt, die Gerichte in seiner Küche zubereitet, das Brot wird in seiner Bäckerei gebacken, das Eis ist hausgemacht und die Weine werden auf das Sorgfältigste ausgewählt. Seine ganz außergewöhnlichen Whiskysorten wiederum sind bis zu 50 Jahre alt. "Wir haben die größte Auswahl Frankreichs nach La Maison du Whisky", erklärt uns Nicolas und lässt uns dabei die unterschiedlichen Aromen riechen. Mit seinen fünf Niederlassungen in diesem geschäftigen Viertel ist das Familienfeinkosthaus Julhès mit seiner Auswahl marktfrischer Produkte ebenso fester Bestandteil des 10. Pariser Bezirkes wie dessen berühmte Passagen. 54, rue du Faubourg-Saint-Denis un 59, rue du Faubourg-Saint-Martin, Paris 10e (www.julhesparis.com). Text : Anne Deguy Fotos : Stanislas Wolff